Familien- und Jugendhilfepolitik

EU-Projekt CIVACT (Erasmus+)

Jugendliche in benachteiligtem Quartieren sind überdurchschnittlich oft von sozialer Ausgrenzung betroffen. Jugendliche, die sozial ausgegrenzt sind, haben vielfach einen schlechteren Zugang zu sozialen und politischen Ressourcen. Dies erschwert es ihnen, einen Beitrag zur gesellschaftlichen Entwicklung zu leisten. Sie haben dann oft auch das Gefühl, ihre Gemeinschaft nicht beeinflussen zu können, keinen oder nur einen geringen Einfluss auf politische Entscheidungen zu haben, die sich direkt auf ihr Leben auswirken.

CIVACT, ein mit Mitteln des EU-Programms ERASMUS+ gefördertes Projekt (Projekt-Nr: 2018-2-DE04-KA205-016747), das von Oktober 2018 bis zum Ende des Jahres 2020 durchgeführt wurde, setzte sich für die Bekämpfung dieser Probleme ein. Es wurden Instrumente ausgetauscht und entwickelt, die das soziale Engagement von Jugendlichen verbessern, die in Europa von sozialer Ausgrenzung bedroht sind. Jugendarbeiter aus fünf europäischen Städten nahmen an einem Training teil, um diese neuen Methoden zu erlernen. Sie nutzten ihre neuen Fähigkeiten und Kenntnisse, um den jungen Menschen, mit denen sie arbeiten, neue Erfahrungen mit bürgerschaftlichem Engagement zu unterbreiten, und ihnen das nötige Selbstbewusstsein und Handwerkszeug beizubringen, um  unterschiedliche Verbesserungen in den Quartieren, in denen sie leben, vorzuschlagen und zu entwickeln.

An dem Projekt waren Partner beteiligt, die bereits über Erfahrungen mit schwer erreichbaren Jugendlichen, der Stadtteilentwicklung sowie sozialen und pädagogischen Projekten für lokale Entwicklung verfügen: Lawaetz Stiftung (Hamburg, Projektleitung), Bond of Union (Palermo, Italien), Mapping for Change (London, Vereinigtes Königreich), Young East (Göteborg, Schweden) und APDES (Porto, Portugal).

Der Abschlussbericht mit zahlreichen Beispielen guter Praxis und Empfehlungen liegt vor und kann demnächst heruntergeladen werden.

Kontaktpersonen:

Dr. Ulrich Schenck: 040 / 39 99 36-56, schenck@lawaetz.de

Karin Robben: 040 / 39 99 36 – 0, robben@lawaetz.de

 

COM.IN – ein europäisches Projekt zur Weiterentwicklung von Maßnahmen zur Eingliederung wohnungsloser Jugendlicher

Von September 2011 bis März 2013 wurden in dem Projekt „COM.IN – Local Strategies for the Active Inclusion of Young People Facing Multiple Disadvantages” innovative Maßnahmen zur Eingliederung mehrfach benachteiligter, insbesondere wohnungsloser junger Menschen untersucht und weiterentwickelt. Das Projekt wurde aus dem europäischen Programm PROGRESS gefördert.

An COM.IN beteiligten sich die vier europäischen Städte Bologna, Hamburg, Malmö und Newcastle. Jede Stadt war mit einem direkt mit Betroffenen arbeitenden Praxispartner und einer wissenschaftlichen Einrichtung vertreten. Für Hamburg waren dies die Lawaetz-Service GmbH und die Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Die Rolle des koordinierenden Lead Partners hatte die Lawaetz-Stiftung inne.

Jede der vier Städte erprobte im Rahmen einer Experimentalphase Vorschläge zur Verbesserung bestehender Hilfsansätze:

  • Das „Consorzio L´Arcolaio“ aus Bologna, ein Verbund sozialer Organisationen, entwickelte identitätsstiftende Maßnahmen einer verbesserten Zusammenarbeit und Kommunikation, u.a. die Einigung auf eine gemeinsame Wertecharta und ein Interventionsmodell für die konkrete praktische Arbeit.
  • In Hamburg weitete die Lawaetz-Service GmbH im Projekt „Stufe 3“ ihren Case-Management-Ansatz zur Integration Wohnungsloser in Wohnung und Wohnumfeld versuchsweise um den Zugang zu Schuldenberatung und aufbauende Freizeitaktivitäten aus.
  • Im Projekt „Fenix“ aus Malmö, das Trainingsmaßnahmen, Psychotherapie und weitere Unterstützungsangebote für benachteiligte Jugendliche zusammenführt, wurde deutlich, dass es eine bedeutende Gruppe sozial nicht auffälliger, unterstützungsbedürftiger Jugendlicher gibt, die von den bisherigen Angeboten nicht erreicht werden und für die künftig gezielte Maßnahmen entwickelt werden sollen.
  • In Newcastle schließlich wurde für die Planung von unterstützenden Maßnahmen für Jugendliche ein „Ampelsystem“ erprobt, nach dem die vorhandenen Ressourcen der Jugendlichen für den Übergang in eigenverantwortliche und unabhängige Lebensumstände bewertet wurden.

Über die Ergebnisse in den einzelnen Städten hinaus formulierten die Projektpartner gemeinsame Empfehlungen zur Förderung der aktiven Eingliederung benachteiligter Jugendlicher sowie methodische Empfehlungen an die Europäische Kommission zum „social experimentation“-Ansatz.

Abschlussbericht des Projektes COM.IN.

Kontakt: Wolfgang Kühn und Dr. Thomas Mirbach

ESF-Projekt „JUGEND AKTIV PLUS“ Hamburg

JUGEND AKTIV PLUS ist ein Projekt zur sozialen und beruflichen Integration von jungen Erwachsenen mit vielschichtigen Vermittlungshemmnissen in ausgewählten Sozialräumen Hamburgs. Das von der Stadt Hamburg und dem Europäischen Sozialfonds geförderte Projekt wird es aus dem Programm Sozialräumliche Hilfen und Angebote (SHA) sowie durch die BASFI – Amt Arbeit und Integration – kofinanziert.

Zielgruppe sind arbeitslose junge Erwachsene von 18 bis 25 Jahren (bei jungen Eltern auch bis 27), die aufgrund vielfältiger Problemlagen nicht durch herkömmliche Angebote und Anspracheformen zu erreichen sind. Das Ziel des Angebots ist die soziale und berufliche (Re-) Integration. In einem ein- bis mehrmonatigem Beratungs- und Betreuungsprozess (Coaching) werden mit den Teilnehmer/-innen gemeinsam Vermittlungshemmnisse bearbeitet, Anschlussperspektiven entwickelt und realisiert durch:

  • Aktivierung des Selbsthilfepotenzials der Teilnehmer/innen
  • Aktivierung des Unterstützungspotenzials im unmittelbaren Umfeld
  • Kompetenzfeststellung und Berufsorientierung
    Unterstützung bei der Vermittlung in Anschlussmaßnahmen.

Im Rahmen des Projektes werden darüber hinaus Qualifizierungs- und Jobprojekte für die Zielgruppe angeboten. Das ESF-Projekt JUGEND AKTIV PLUS ist in allen Hamburger Bezirken in ausgewählten Sozialräumen aktiv.
Die Lawaetz-Stiftung hat die Dachträgerschaft für das Projekt inne. Das Projektmanagement und die Projektgesamtsteuerung führt die Stiftung in Kooperation mit der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration (BASFI) durch. Aufgabe der Stiftung ist darüber hinaus die Öffentlichkeitsarbeit für das Gesamtprojekt sowie die Erstellung der Gesamtabrechnung, der Verwendungsnachweise und die Mittelweiterleitung an die Träger.

Die bisherigen Ergebnisse des Projektes JUGEND AKTIV PLUS zeigen, dass es aufgrund der Bekanntheit des Projektes und der guten Zusammenarbeit mit den bezirklichen Jugendberufsagenturen gelingt, die Zielgruppe mit dem niedrigschwelligen und sozialräumlichen Ansatz zu erreichen. Mit dem einzelfallbezogenen Ansatz und der anschließenden ganzheitlichen und verbindlichen Betreuung können rund 70 % derjenigen, die den Beratungs- und Coachingprozess abgeschlossen haben, sozial stabilisiert und beruflich integriert werden. Damit leistet JUGEND AKTIV PLUS einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung des postulierten Ziel Hamburgs „Keine/r soll verloren gehen!“
Weitere Informationen zum Projekt sind unter: www.jugendaktivplus-hamburg.de einsehbar.

Kontakt: Siegline Ritz, Runhild Mehrkens und Katrin Triebl

 

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Berichtswesen Jugendhilfe

Seit nunmehr 10 Jahren unterstützt die Lawaetz-Stiftung die Sozialbehörde mit Beratungs- und Prozessmanagementleistungen bei der Gestaltung der sozialräumlich orientierten Jugend- und Familienhilfe in Hamburg.

Seit 2013 gehört auch die Entwicklung eines flächendeckenden, einheitlichen Monitorings/Berichtswesens zum Auftrag. Das Berichtswesen soll sowohl steuerungsrelevante Daten über die Struktur und räumliche Verteilung der Angebote als auch über deren Einzelleistungen bzw. über die Nutzung der Angebote bieten. Inzwischen sind für weitere Bereiche wie die Frühen Hilfen (Familienteams), die Erziehungsberatungsstellen, Jugend Aktiv Plus, die Kooperationsangebote von Schule und Jugendhilfe und die Integrationsnetzwerke für Geflüchtete jeweils eigene Berichtswesen entwickelt, die heute gemeinsam das „Berichtswesen Jugendhilfe (BeJu)“ bilden. Das BeJu erreicht regelmäßig Rücklaufquoten von 100% und bietet damit eine gute Datenlage für die fachliche Steuerung und Legitimation. Die hohe Akzeptanz seitens der dokumentierenden Träger/Einrichtungen und die besondere Datenqualität sind auch auf die regelmäßig stattfindenden Auswertungskonferenzen mit den dokumentierenden Stellen zurückzuführen, auf denen Indikatoren und Ergebnisse gemeinsam besprochen und interpretiert werden. Das BeJu ist heute zu einem etablierten Monitoring-Instrument der Hamburger Fachbehörde und der Bezirksämter gereift und in dieser Form einmalig in Deutschland.

Hintergründe

Die Angebote der Jugend- und Familienhilfe werden von freien und kommunalen Trägern erbracht und aus Steuermitteln finanziert. Sie müssen den Zuwendungsgebern auf der Grundlage von Global- und Förderrichtlinien regelmäßig über ihre Leistungen berichten. Dazu ist es nötig, Daten der Unterstützung suchenden Personen und über erfolgte Unterstützungsleistungen zu erfassen und weiterzuleiten. Die erfassten Daten werden von der Sozialbehörde und den Bezirksämtern benötigt, um ihre Aufgabe erfüllen zu können, nämlich Leistungen der Angebote zu prüfen, Bedarfe festzustellen und unterstützungsbedürftigen Menschen passgenaue Hilfsangebote zu bieten. Sie ergänzen die Daten, die über die Jugendamtssoftware „JUS IT“, in der ASD-Fachkräfte u.a. ihre Arbeit dokumentieren, generiert werden, zu einem integrierten Gesamtberichtswesen über Jugendhilfeleistungen der kommunalen und freien Träger.

Die Rolle der Lawaetz-Stiftung

Die Träger der Angebote dokumentieren ihre Leistungen mittels einer von der Lawaetz-Stiftung entwickelten und betreuten Software.

Die Stiftung betreut Träger und Bezirksämter bei inhaltlichen und technischen Fragen zur Dokumentation, verarbeitet die Daten und stellt sie den beteiligten Akteuren in abgestimmten Berichtsformen zur Verfügung. Für diese Tätigkeiten wurde im Jahr 2017 zwischen der Sozialbehörde und der Stiftung eine Vereinbarung zur Auftragsdatenverarbeitung geschlossen. Mit ihren Aktivitäten in diesem Bereich trägt die Lawaetz-Stiftung dazu bei, die jeweilige Programmumsetzung kontinuierlich zu beobachten, zu bewerten und weiter zu entwickeln.

Arbeitsschwerpunkt 2019-2020

Im Jahr 2019 konzentrierte sich die Arbeit der Stiftung auf die Überführung der laufenden Berichterstattung in eine datenschutzkonforme Web-Anwendung. Bis ins Jahr 2018 wurden die Berichtsdaten über Datenbanken auf Basis von Microsoft Access erhoben. Da alle Träger (rd. 300) und Angebote (rd. 550) individuell versorgt, geschult und betreut werden müssen, kann die Umstellung nur sukzessive erfolgen. Die Überführung des Berichtswesens der Angebote von Jugend Aktiv Plus und der Erziehungsberatungsstellen wurde in 2019 bereits abgeschlossen. Das Berichtswesen der sozialräumlichen Angebote der Jugend- und Familienhilfe (SAJF), das von den meisten Trägern und Angeboten genutzt wird, soll bis Ende 2020, das der Familienteams (Frühe Hilfen) und der Kooperationsangebote Schule-Jugendhilfe im 1. Halbjahr 2021 komplett auf Online-Dokumentation umgestellt sein.

Auskünfte zum Berichtswesen Support-Hotline-Tel. 040/39 99 36- 41

Weitere Informationen über sozialräumliche Angebote in Hamburg enthält die Homepage www.hamburg.de/sozialraeumliche-angebote

Kontakt: Wolfgang Albrecht

INNOVATIV für das Gemeinwohl