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Brennerstraße

 “Kinderlärm ist die Zukunftsmusik in unserer wachsenden Stadt. Eine Musik, die in St. Georg nur noch vereinzelt zu hören ist.“ So begann die Selbstdarstellung der Baugemeinschaft, die in der ehemaligen, 1901/02 errichteten Staatsimpfanstalt ihr familienfreundliches Wohnprojekt umsetzen wollte.

Die Lawaetz-Stiftung hat der Baugemeinschaft beim Aufbau geholfen und mit ihr und dem Architektenbüro Plan-R-, Joachim Reinig ein Nutzungs- und Finanzierungskonzept erarbeitet. Auf Grundlage dieses Konzeptes konnte an einem Bieterverfahren erfolgreich teilgenommen werden, das von der Liegenschaftsverwaltung im Auftrag der Eigentümerin LBK-Immobilien ausgeschrieben wurde.

Bei diesem Projekt ist es gelungen, Eigentumswohnungen, Familienwohnungen und geförderte Genossenschaftswohnungen zu mischen und in dieser Kombination ein Gebotsverfahren erfolgreich zu bestehen. Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude blieb erhalten – auch der ehemalige Impfsaal, der zum überdachten Innenhof wurde.  Auf einem Gebäudeflügel entstand ein sechsgeschossiger Neubau, der mit seinen beiden Untergeschossen hinter der Fassade des Denkmals verschwindet. Es wurde bezahlbarer Wohnraum für Familien und andere „Normalverdiener“ in St. Georg geschaffen, der nach erheblichen Aufwertungen in diesem Stadtteil kaum noch angeboten wird.

Mitte 2007 war Baubeginn. Der Altbauteil ist im Juli 2008 und der Neubauteil im Oktober 2008 bezogen worden. Es sind 11 öffentlich geförderte Genossenschaftswohnungen als Hausgemeinschaft der Trägergenossenschaft Wohnreform eG und 9 Wohnungen im individuellen Eigentum mit insgesamt 1.537m² Wohnfläche entstanden.

Gemeinsam bilden sie die Hausgemeinschaft „Brennerei“, rechtlich verfasst als Wohnungseigentümergemeinschaft nach Wohnungseigentumsgesetz (WEG). Unter diesem Dach ist eine bemerkenswerte soziale, generationsübergreifende und interkulturelle Mischung entstanden, wie die Gruppe in einer Bewerbung zum Wettbewerb „Familie gewinnt“ selbst schrieb: „Wir sind 32 Erwachsene und 18 Kinder und Jugendliche. Die Altersspanne liegt zwischen 0 und 72 Jahren. Und die verschiedenen Berufe nicht zu vergessen! Da gibt es Sozialarbeiterinnen, Dokumentarfilmer, Bauzeichner, Rentnerinnen, Betriebswirte, KünstlerInnen, einen Maschinenschlosser und vieles mehr. Wie es sich für einen multikulturellen Stadtteil wie St. Georg gehört, gibt es bei uns Projektmitglieder mit türkischem, chinesischem, ghanesischem und spanischem Hintergrund, alteingesessene Hamburger und Hamburgerinnen sind auch dabei, und manche sind alles gleichzeitig.“

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INNOVATIV für das Gemeinwohl