Zwangsverheiratung in Deutschland – Anzahl und Analyse von Beratungsfällen (Eine Studie im Auftrag des BMFSFJ)

Zum Problem der Zwangsverheiratung gibt es bislang nur wenige wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) hat daher eine Studie in Auftrag gegeben, in der erstmals die Erkenntnisse von Beratungseinrichtungen über Menschen, die von Zwangsverheiratung bedroht oder betroffen sind, bundesweit erhoben und systematisch ausgewertet wurden.

Unter Federführung der Johann Daniel Lawaetz – Stiftung wurden fast 1.500 Beratungs- und Schutzeinrichtungen im gesamten Bundesgebiet befragt und Beratungsfälle dokumentiert. Zudem wurden die Sichtweisen weiterer Akteure wie Schulleitungen, Einrichtungen der Jugendhilfe und Integrationszentren, in den Blick genommen: Dabei hat sich gezeigt, dass in Deutschland überwiegend Menschen zwischen 18 und 21 Jahren von einer (drohenden) Zwangsverheiratung betroffen waren. Viele der Beratenen waren in Deutschland geboren, insgesamt 44 Prozent hatten die deutsche Staatsangehörigkeit.

Die Untersuchungen wurden Ende 2010 abgeschlossen. Die Ergebnisse wurden in einem wissenschaftlichen Begleitworkshop diskutiert und mit dem Beirat, der die Studie während der gesamten Laufzeit begleitet und unterstützt hat, abgestimmt. Im November 2011 wurde die Gesamtstudie von der Bundesfamilienministerin Dr. Kristina Schröder in Berlin vorstellt und ist im Verlag Barbara Budrich, Leverkusen-Opladen, veröffentlicht. Die Kurzfassung kann beim BMFSFJ bestellt werden.

Kontakt: Katrin Triebl und Dr. Thomas Mirbach

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