Modelle der Zwischen- und Nachnutzung leerstehender Flächen und Gebäude – das Projekt SEEDS

Nicht nur, aber insbesondere in ländlichen Räumen und in Kleinstädten hat sich der gravierende Leerstand gewerblicher Flächen zu einer bedeutenden Herausforderung entwickelt. Das immer noch zunehmende online-shopping, eine älter werdende Gesellschaft und der einsetzende Bevölkerungsrückgang – vor allem in ländlichen Regionen – beeinflussen unsere Regionen und Städte immer stärker. Insbesondere leerstehende Kaufhaus- und größere Lagerflächen fallen angesichts ihrer Größe vielfach negativ auf.

Die Entwicklung und Erprobung passender Ansätze der Bewältigung dieser Herausforderung war das Ziel des transnationalen INTERREG-Projektes „SEEDS – Stimulating Enterprising Environments for Development and Sustainability“ – mit Beteiligung der Lawaetz-Stiftung.

Im Rahmen des Projektes wurden in Hamburg bzw. Norddeutschland verschiedene Pilotprojekte realisiert:

  • Gefördert wurde der Umbau des Nochtspeichers (www.nochtspeicher.de) zu einem Kulturzentrum auf St. Pauli, betrieben von Künstlern und Initiativen; die dort u.a. verschiedene Aspekte und Prozesse der Architektur und Stadtentwicklung erörtern. Im Jahr 2014 (und 2015) wurde dort im Rahmen mehrerer Veranstaltungen die Problematik der Gentrifizierung innerstädtischer Gebiete erörtert. Unter dem Motto „Wissenschaft trifft Wirklichkeit“ haben Praktiker und das Publikum die von Wissenschaftlern vorgestellten Forschungsergebnisse kommentiert. Über 400 Besucher der drei bisherigen Veranstaltungen sprechen für die Aktualität des Themas und das entwickelte Veranstaltungsformat.
  • die „Universität der Nachbarschaften“, ein experimentelles Projekt der HafenCity Universität (HCU) mit Förderung der Internationalen Bau-Ausstellung (IBA), hat das Potenzial der Zwischennutzung auf künstlerische Weise und mit erheblicher studentischer Beteiligung aufgezeigt. Im Januar wurde das Projekt im Rahmen der Abschlussveranstaltung als „Platz der Ideen“ ausgezeichnet.
  • Die „Knecht’schen Hallen“ (eine ehemalige Lederfabrik) bilden ein attraktives, leerstehendes Gebäudeensemble unter Denkmalschutz in der Elmshorner Innenstadt. Ein Freundeskreis versucht, in enger Abstimmung mit der Stadt, den Erhalt des Komplexes zu erreichen. Ein Teil des Gebäudes wurde ihm für eine kulturelle Zwischennutzung zur Verfügung gestellt, der Ausbau wurde mit SEEDS-Mitteln gefördert.

Im Rahmen transnationaler Austauschkonferenzen wurden mit Expert/innen der Wissenschaft und Praxis die Chancen, Potenziale als auch Grenzen der Zwischennutzung erörtert. Experten aus mehreren deutschen Städten sowie dem europäischen Ausland trugen mit ihren Erkenntnissen zum Erfolg des Austauschs bei.

Kontakt: Dr. Ulrich Schenck

INNOVATIV für das Gemeinwohl