Studie der Lawaetz-Stiftung bekommt überraschend aktuelle Bedeutung

Der aktuell hohe Zahl von Flüchtlingen stößt nicht nur hierzulande vielfach auf kritische Fragen: Wer kommt da eigentlich? Und wie sind deren Chancen einer Integration in den Arbeitsmarkt? Können die Zuwanderer zur Senkung des künftig steigenden Fachkräftebedarfs beitragen?
In Wien hat jetzt der Arbeitsmarktservice eine Studie vorgestellt, die mit sich mit den Qualifikationen von anerkannten Asylwerbern in Österreich befasst. Die Ergebnisse fallen positiver aus als erwartet. Besonders Syrer, Iraker und Iraner verfügen häufig über hohe Bildungsabschlüsse – hier liegt die Akademikerquote bei rd. 30%.
Auch in Österreich ist das Flüchtlingsthema hoch umstritten. Kritiker werfen der AMS-Studie Schönfärberei vor und beziehen sich dabei  eine Erhebung, die die Lawaetz-Stiftung im Rahmen ihrer Evaluierung des ESF-Bleiberechtsprogramms durchgeführt hat (Studie als PDF).
Tatsächlich lag in unserer Erhebung die Akademikerquote bei rund zehn Prozent. Aber man darf diese beiden Studien nicht gegeneinander ausspielen. Auf Anfrage der österreichischen Tageszeitung „Der Standard“ erklärte Thomas Mirbach – Co-Autor der deutschen Untersuchung – aus methodischen lassen sich die Zahlen nicht direkt vergleichen. Die AMS-Studie beruht auf biografischen Interviews – die Lawaetz-Studie hat nur aggregierte Zahlen für Menschen aus rd. 120 Nationen ausgewiesen. Deshalb ist es sehr wohl möglich, dass bei einzelnen Gruppen wie den Syrern die Akademikerquote bei 30 Prozent liegt.

Den Originalartikel finden Sie hier:
Artikel auf derstandard.at

Weitere Informationen:
Dr. Thomas Mirbach

 

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