Neues Projekt: step.in – beratung.mobil

Seit Anfang Januar 2016 koordiniert die Lawaetz-Stiftung im Auftrag der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration das Projekt „step.in – beratung mobil“. Gefördert wird die Freizügigkeit innerhalb der Europäischen Union, mit Mitteln des Bundes, der EU und des Landes Hamburg. Insgesamt stehen für dieses Projekt im Rahmen des Programms EHAP ca. 1 Mio. Euro für eine dreijährige Laufzeit zur Verfügung.
Die Beratung und Information der Migranten aus der EU über die bundesdeutschen und hamburgischen Regelsysteme übernehmen „verikom – Verbund für interkulturelle Kommunikation und Bildung e.V.“, die „Bildung und Integration Hamburg-Süd gGmbH“ und die „Interkulturelle Beratungsstätte IKB e.V.“ in den Stadtteilen Billstedt-Horn, Wilhelmsburg und St. Pauli.

Ansprechpartner:
Dr. Ulrich Schenck
Tel.: 040 39 99 36-56,
schenck@lawaetz.de

Weitere Infos zum Programm:

Europäischer Hilfsfonds für die am stärksten benachteiligten Personen in Deutschland (EHAP)

Ziel des Europäischen Hilfsfonds für die am stärksten benachteiligten Personen (EHAP) in Deutschland ist die Förderung des sozialen Zusammenhalts und der sozialen Inklusion von armutsgefährdeten und von sozialer Ausgrenzung bedrohten Personen. Der EHAP leistet somit einen Beitrag zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung als ein Kernziel der Europa-2020-Strategie. Der Fonds ist erstmalig für die Förderperiode 2014-2020 eingerichtet worden.

Wer kann aus Mitteln des EHAP unterstützt werden?

Aus Mitteln des EHAP werden ab September/Oktober 2015 Menschen in Deutschland unterstützt, die unter Armut leiden und keinen oder nur unzureichenden Zugang zu den Beratungs- und Unterstützungsleistungen des regulären Hilfesystems haben. Sie sind zu weit vom Arbeitsmarkt entfernt, um von den aktiven Arbeitsmarktmaßnahmen sowie den arbeitsmarktbezogenen Sonderprogrammen des Europäischen Sozialfonds (ESF) erreicht zu werden. Das sind:

  • Besonders benachteiligte EU-Zugewanderte
  • Zugewanderte Kinder und deren Eltern aus EU-Ländern
  • Wohnungslose und von Wohnungslosigkeit bedrohte Personen

Der EHAP ist ein wichtiges Instrument, um betroffene Kommunen insbesondere dabei zu unterstützen, sich den Herausforderungen, die die wachsende Zuwanderung aus anderen EU-Staaten mit sich bringt, stellen zu können.

In Deutschland gibt es eine wachsende Zahl von EU-Zugewanderten, unter denen sich besonders benachteiligte Personen befinden. Betroffen sind insbesondere Zugewanderte aus solchen Staaten, für die erst seit kurzem die EU-Freizügigkeitsregelungen gelten.

Sie haben aufgrund von Sprach- und Qualifikationsdefiziten faktisch keinen Zugang zum regulären Arbeitsmarkt und werden darüber hinaus von den Beratungs- und Unterstützungsangeboten des regulären Hilfesystems nicht oder nicht ausreichend erreicht. Darunter gibt es auch eine hohe Zahl von Kindern. Viele von ihnen sind durch das Leben in Armut und wegen geringer Sprachkenntnisse in der Nutzung von Angeboten eingeschränkt, die jedoch für ihre Bildungschancen und ihre soziale Inklusion wichtig sind.

Eine weitere Zielgruppe sind Wohnungslose und von Wohnungslosigkeit bedrohte Personen, auf die insbesondere der Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung hinweist. Sie sind schon länger von dem Problem des fehlenden oder nicht ausreichenden Zugangs zum regulären Hilfesystem betroffen und weisen in der Regel neben der Wohnungsproblematik weitere Belastungen auf. Dies führt bei einem Teil von ihnen ebenfalls dazu, dass sie faktisch keinen Zugang zu Beratungs- und Unterstützungsleistungen haben.

Wie hilft der EHAP? Welche Aktivitäten werden unterstützt?

Der EHAP erfüllt eine „Brückenfunktion“ zwischen den oben genannten Personengruppen und bereits bestehenden Beratungs- und Unterstützungsleistungen des regulären Hilfesystems. Aus EHAP-Mitteln werden zusätzliche Personalstellen, insbesondere Berater/innen für aufsuchende Arbeit oder in lokalen Beratungsstellen, gefördert. Sie sollen den Betroffenen je nach ihren individuellen Bedarfen dabei helfen, Zugang zu finden zu bestehenden Angeboten, beispielsweise zu Sprachkursen oder medizinischer Beratung. Kinder von EU-Zugewanderten sollen herangeführt werden an bestehende Angebote der frühen Bildung und der sozialen Inklusion, wie Kindertagesstätten oder andere vorschulische Angebote oder an Freizeitangebote.

Falls notwendig können die benachteiligten Menschen auch weiter begleitet werden. Rein materielle Leistungen können aus Mitteln des EHAP nicht gefördert werden.

Eine wesentliche Voraussetzung für die Förderung ist das Eingehen einer Kooperationsvereinbarung zwischen Kommunen und Einrichtungen der freien Wohlfahrtspflege oder anderen freigemeinnützigen Trägern.

Besonderes Gewicht legt der EHAP auf die Gleichbehandlung von Männern und Frauen und die Vermeidung jeglicher Art von Diskriminierung.

Finanzielle Rahmenbedingungen

Mit einem finanziellen Volumen von insgesamt rd. 92,8 Millionen Euro werden ab September/Oktober 2015 Projekte in ganz Deutschland gefördert. Die Förderquote von 85 Prozent seitens der EU stockt der Bund um weitere 10 Prozent auf, so dass der Eigenmittelanteil möglicher Projektträger bei fünf Prozent liegt.

Operationelles Programm

Im Operationellen Programm des Bundes zur sozialen Inklusion der am stärksten benachteiligten Personen, welches die EU-Kommission für die Förderperiode 2014-2020 im Februar 2015 genehmigt hat, sind folgende Ziele festgelegt:

  • Verbesserung des Zugangs von besonders benachteiligten EU-Zugewanderten zu Beratungs- und Unterstützungsleistungen des regulären Hilfesystems.
  • Verbesserung des Zugangs von zugewanderten Kindern zu Angeboten der frühen Bildung und der sozialen Inklusion.
  • Verbesserung des Zugangs Wohnungsloser und von Wohnungslosigkeit bedrohter Personen zu Beratungs- und Unterstützungsleistungen des regulären Hilfesystems.

Das Ziel der Verbesserung des Zugangs für zugewanderte Kinder zu Angeboten der frühen Bildung und der sozialen Inklusion setzt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) in Kooperation mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) um.

Kontakt:

Bundesministerium für Arbeit und Soziales
Referat VIGruEF2

EHAP – Verwaltungsbehörde
Rochusstraße 1
53123 Bonn

E-Mail: ehap@bmas.bund.de

Internet: www.ehap.bmas.de

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