15 Jahre Hamburger Kleinstkreditprogramm – eine Erfolgsgeschichte

Seit dem Jahr 1986 berät die Lawaetz-Stiftung Menschen, die sich aus Erwerbslosigkeit selbstständig machen wollen. Seit Juni 2002 können über die Lawaetz-Stiftung dafür zusätzliche Finanzhilfen bei der FHH beantragt werden, denn das Hamburger Kleinstkreditprogramm (KKP) gewährt Gründern und Gründerinnen und Betrieben innerhalb der ersten vier Jahre nach Gründung Kredithilfen, um ihr Vorhaben erfolgreich durchzuführen oder erste erweiternde Investitionen zu tätigen. Im Rahmen einer Programmbilanz im Lawaetzhaus am 03.07.2017 zog Alois Walter, in der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration (BASFI) für das Programm zuständig, eine positive Zwischenbilanz. Die dafür vorbereitete Präsentation kann weiter unten heruntergeladen werden.
Vertreter/-innen u. a. der BASFI, der IFB (Hamburgische Investitions- und Förderbank), der Wirtschaftsbehörde und von Jobcenter lobten die relativ geringen Ausfälle bei der Kreditrückzahlung und die zum Teil ungewöhnlichen und kreativen Gründungsvorhaben. Der aktuelle Rückgang der Fallzahlen ist nach Meinung der Experten und Expertinnen u. a. auf die gute Arbeitsmarktlage, aber auch auf die verbesserte Bankfähigkeit der an einer Gründung Interessierten zurückzuführen. In Zeiten, in denen aufgrund von Negativzinsen händeringend nach interessanten Investitionsideen gesucht wird, haben es die Gründer und Gründerinnen leichter Geldgeber/-innen zu finden. Auch sind der Kapital- und damit häufig auch der Kreditbedarf in vielen Branchen in den letzten Jahren tendenziell gesunken.
Seit dem Jahr 2002 wurden weit mehr als 2.000 Anträge bei der Lawaetz-Stiftung eingereicht. Das beantragte Mittelvolumen beläuft sich auf über 21,0 Mio. €. Ausgezahlt wurden 857 Anträge, davon 51,7 % von Männern und 46,3 % von Frauen. Das Fördervolumen betrug insgesamt fast 8 Mio. €. In den letzten 6 Jahren ist der Anteil der Antragstellerinnen auf 53,7 % gestiegen. Auch ergab eine Auswertung, dass Frauen die Kreditraten zuverlässiger bedienen und weniger Kreditausfälle produzieren.
Die Palette der geförderten Gründungen ist breit gestreut. Überwiegend handelt es sich um Dienstleistungen (z. B. im Beratungsbereich / in der Medienbranche / in Gesundheitsberufen). Es wird aber auch eine Vielzahl kleinerer Gründungen im Einzelhandel, in der Gastronomie, im Handwerk sowie im Kunst- und Kulturbereich finanziert.

15Jahre KKP

Kontakt: Jochen Kunz-Michel

INNOVATIV für das Gemeinwohl