Migration und Integration

Evaluation des Bundesprogramms XENOS / Bleiberecht I und II

Mit dem ESF-Bundesprogramm zur arbeitsmarktlichen Unterstützung für Bleibeberechtigte und Flüchtlinge mit Zugang zum Arbeitsmarkt wurden in der zweiten Förderrunde erneut 28 Projektverbünde gefördert. Diese unterstützten sowohl Bleibeberechtigte (gesetzliche Altfallregelung für langjährig Geduldete laut Aufenthaltsgesetz) als auch Personen mit Flüchtlingshintergrund, die einen – mindestens nachrangigen – Zugang zum Arbeitsmarkt haben, bei der Integration in Arbeit. Dazu bieten die geförderten Netzwerke individuelle Beratungen und Unterstützungen, berufliche Orientierungen und Kurzqualifikationen, Vermittlung in berufsbezogene Sprachförderungen sowie Informations- und Mediationsaktivitäten an.

Von 2009 bis 2014 war die Lawaetz-Stiftung mit der Evaluation der des XENOS-Teilprogramms „Arbeitsmarktliche Unterstützung für Bleibeberechtigte und Flüchtlinge“ (für eine nachhaltige Integration von Bleibeberechtigten und Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt, Bleiberecht) in der ersten und zweiten Förderrunde beauftragt.

Mit der Evaluation des XENOS-Programms wurde die Wirksamkeit und den Grad der Zielerreichung herausgearbeitet, um nachhaltige und transferfähige Lösungsansätze und Methoden zu identifizieren. Methodisch setzten wir dabei vor allem Online-Befragungen, Expertengespräche und Fallstudien ein. Darüber hinaus unterstützte die Programmevaluation die Programmverantwortlichen bei der Durchführung und Auswertung thematischer Treffen der Projekte. Wie schon in der 1. Förderrunde stellte die laufende Erhebung der soziodemographischen und qualifikatorischen Merkmale der Teilnehmenden ein wesentliches Element der Programmevaluation dar.

Weitere Informationen zum XENOS-Bundesprogramm sowie die bereits erstellten Evaluationsberichte finden Sie unter: http://www.xenos-de.de/xenos/DE/Ueber_Xenos/Bleiberecht/inhalt.html

Kontakt: Dr. Thomas Mirbach & Katrin Triebl

Transnationales Forschungsprojekt „Familienzusammenführung und ihre Auswirkung auf die Integration“

In Deutschland stellt die Migration zum Zwecke der Familienzusammenführung (bzw. des Familiennachzugs) einen wesentlichen Teil der Zuwanderung dar. Ehegatten, Kinder und unter Umständen auch weitere Familienangehörige können unter bestimmten Voraussetzungen zu ihren bereits in Deutschland lebenden Angehörigen nachziehen. Der Familiennachzug wird in den EU-Mitgliedsstaaten durch EG-Richtlinien (Familiennachzugsrichtlinie und Freizügigkeitsrichtlinie) sowie durch Gesetze und Richtlinien der jeweiligen Länder geregelt.

In den Jahren 2011 bis 2013 beteiligte sich die Lawaetz-Stiftung an einem Forschungsprojekt, in dem die gesetzlichen Voraussetzungen des Familiennachzugs und ihre Umsetzung in den beteiligten Ländern untersucht wurden. Dabei wurden insbesondere die Auswirkungen von Gesetzgebung, Politik und Praxis auf die Integration der Betroffenen in den Blick genommen.

Das Projekt wurde im Rahmen des Europäischen Fonds für die Integration von Drittstaatsangehörigen (EIF), der innerhalb des Rahmenprogramms „Solidarität und Steuerung der Migrationsströme“ eingerichtet wurde, gefördert. Der EIF zielt in erster Linie auf Maßnahmen ab, die die Integration von Neuzuwanderern betreffen. Er soll die Mitgliedstaaten in ihren Bemühungen unterstützen, Drittstaatsangehörige verschiedener kultureller, religiöser und sprachlicher Herkunft in ihre Gesellschaften zu integrieren. Das Projekt wurde gemeinsam mit Partnerorganisationen aus Irland, Österreich, Bulgarien, den Niederlanden, Portugal und Großbritannien umgesetzt.

Kontakt: Katrin Triebl

Evaluation der Integrationszentren für Zuwanderer in Hamburg

Im Jahr 2010 erstellten wir im Auftrag der Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz, Leitstelle für Integration und Zivilgesellschaft, eine Expertise über die regionalen Integrationszentren für Zuwanderer/innen in Hamburg.

Mit dem Gutachten wurden Aussagen darüber gewonnen, ob das Aufgabenprofil der Integrationszentren dem Bedarf der hier länger lebenden erwachsenen Zuwanderer entspricht. Ein besonderer Fokus lag auf dem Verhältnis der Integrationszentren zu den Regeldiensten sowie auf der Einbeziehung ehrenamtlich Tätiger.

Im Rahmen der Kurzstudie befragten wir die Träger der Integrationszentren, die Bezirke (Leitungen der Fachämter für Sozialraummanagement) sowie den Integrationsbeirat (Mitglieder des Forums II). Außerdem führten wir Gespräche mit einer kleinen Zahl von Nutzer/innen der Zentren durch.

Kontakt: Dr. Thomas Mirbach, Katrin Triebl und Wolfgang Albrecht

DAPHNE-Projekt „Aktiv gegen Zwangsheirat“

Von 2007 bis 2009 war die Lawaetz-Stiftung Partnerin in dem von der Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz (BSG) durchgeführten Projekt „Aktiv gegen Zwangsheirat!“, das im Rahmen des Daphne II Programms von der Europäischen Kommission/Generaldirektion Justiz, Freiheit und Sicherheit gefördert wurde. Das Projekt befasste sich mit der nach Politikbereichen unterschiedlichen Behandlung des Problems der Zwangsheirat und richtet sich an Entscheidungsträger aus Politik und Verwaltung auf regionaler, nationaler und europäischer Ebene.

Ziel des Projektes war es, zur Entwicklung verbesserter Verfahrensweisen für erfolgreiche Präventions- und Interventionsarbeit beizutragen. Dabei war ausdrücklich auch die Etablierung einer transnationalen Kooperation, bei der staatliche und nichtstaatliche Stellen zusammen arbeiten, beabsichtigt. Neben Partnerorganisationen aus Wien, Stockholm, London und Utrecht waren auch zwei Organisationen aus Istanbul und Zug (Schweiz), also aus Ländern, die nicht der EU angehören, an dem Austausch beteiligt.

Zentraler Bestandteil des Projektes war die Durchführung von Daphne-Konferenzen unter Einbeziehung der Medien und Fachöffentlichkeit vor Ort durch jeden Projektpartner. Besonders die Konferenz in Istanbul – die erste Konferenz zum Thema Zwangsheirat in der Türkei – erzielte großes Medienecho. Parallel zu den Konferenzen werteten die Partner die Ergebnisse aus und entwickelten auf dieser Grundlage länderübergreifende Strategien und Handlungsempfehlungen zur Verhinderung von Zwangsheiraten. Der so entstandene Handlungsleitfaden „Aktiv gegen Zwangsheirat“ (veröffentlicht auf Deutsch und auf Englisch) wurde im Frühjahr 2009 in Brüssel vorgestellt.

Kontakt: Katrin Triebl und Dr. Thomas Mirbach

Bremer Untersuchung zum Personenkreis mit Migrationshintergrund

Das Land Bremen hat sich im Rahmen des Operationellen Programms des ESF (2007-2013) auf einen Migrantenanteil in der ESF-Förderung von 30% – bezogen auf Output und Budget – festgelegt. Die Planungsgrundlage für dieses Ziel fehlte, da die amtlichen Statistiken in der Regel das Merkmal Ausländer und nicht das Merkmal Migrationshintergrund erfassen und ausweisen.

Aus diesem Grund wurde bereits im Operationellen Programm des ESF für das Land Bremen eine Sonderuntersuchung angekündigt, um die Förderung von Menschen mit Migrationshintergrund zukünftig besser planen, begleiten und bewerten zu können.

Mit dieser Untersuchung wurde die Lawaetz-Stiftung beauftragt. Die Studie hat ergänzende Informationen für die Implementierung, Begleitung und Bewertung des strategischen Ziels zur Verfügung gestellt.

Die Studie ist erhältlich unter:
http://www.esf-bremen.de/sixcms/detail.php?gsid=bremen113.c.2065.de

Kontakt: Peer Gillner

Evaluation des Bundesprogramms XENOS – Integration und Vielfalt

In der ESF-Förderperiode 2007-2013 wurde das ESF-Bundesprogramm XENOS – Integration und Vielfalt durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) umgesetzt. Dieses Programm ist Teil des Nationalen Integrationsplans der Bundesregierung und des „Bündnisses für Demokratie und Toleranz – gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit“. Im Mittelpunkt steht der Präventionsgedanke zur Vermeidung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.

Zentrales Ziel ist die Verbindung von arbeitsmarktbezogenen Aktivitäten mit Maßnahmen für Toleranz, Demokratie und Vielfalt. XENOS fördert daher Vorhaben gegen Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus und Diskriminierung in arbeitsmarktlichen Handlungsfeldern wie (Berufs-)Schule, Ausbildung und Arbeitswelt in Deutschland und in einem europäischen Kontext. Für die lokalen und regionalen Problemlagen sollen praxisbezogene Lösungsansätze unter Anwendung bereits erprobter und bewährter Konzepte und Methoden entwickelt und gute Projektansätze implementiert werden.

In der ersten Förderrunde des Programms war die Lawaetz-Stiftung gemeinsam mit zwei Kölner Forschungsinstituten – Univation und WSF Wirtschafts- und Sozialforschung – mit der begleitenden Evaluation beauftragt. Dabei ist es unser Ziel, die Wirksamkeit und den Grad der Zielerreichung herauszuarbeiten, um nachhaltige und transferfähige Lösungsansätze und Methoden zu identifizieren. Methodisch werden wir vor allem Projekt-Befragungen, Expertengespräche und Fallstudien einsetzen.

Dabei richtete sich unser Blick vor allem darauf, in wie weit es den Projekten gelingt,

  • lokale, regionale und überregionale Problemlagen hinsichtlich Diskriminierung, Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus in arbeitsmarktlichen Handlungsfeldern aufzugreifen und zu ihrer dauerhaften Verbesserung beizutragen,
  • die Ausbildungs- und Berufschancen der Teilnehmenden durch berufsbezogene Qualifikationen zu verbessern,
  • die interkulturellen Kompetenzen der Teilnehmenden zu verbessern,
  • Aktivitäten für Demokratie, Weltoffenheit und Toleranz in arbeitsmarktbezogene Maßnahmen zu integrieren, insbesondere in (Berufs-)Schule, Ausbildung und Betrieben,
  • einen Beitrag zur Erreichung der Ziele des Nationalen Integrationsplans (NIP) zu leisten.

Weitere Informationen zum XENOS-Bundesprogramm finden Sie auf www.xenos.de.

Kontakt: Dr. Thomas Mirbach und Katrin Triebl

Zwangsverheiratung in Deutschland – Anzahl und Analyse von Beratungsfällen (Eine Studie im Auftrag des BMFSFJ)

Zum Problem der Zwangsverheiratung gibt es bislang nur wenige wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) hat daher eine Studie in Auftrag gegeben, in der erstmals die Erkenntnisse von Beratungseinrichtungen über Menschen, die von Zwangsverheiratung bedroht oder betroffen sind, bundesweit erhoben und systematisch ausgewertet wurden.

Unter Federführung der Johann Daniel Lawaetz – Stiftung wurden fast 1.500 Beratungs- und Schutzeinrichtungen im gesamten Bundesgebiet befragt und Beratungsfälle dokumentiert. Zudem wurden die Sichtweisen weiterer Akteure wie Schulleitungen, Einrichtungen der Jugendhilfe und Integrationszentren, in den Blick genommen: Dabei hat sich gezeigt, dass in Deutschland überwiegend Menschen zwischen 18 und 21 Jahren von einer (drohenden) Zwangsverheiratung betroffen waren. Viele der Beratenen waren in Deutschland geboren, insgesamt 44 Prozent hatten die deutsche Staatsangehörigkeit.

Die Untersuchungen wurden Ende 2010 abgeschlossen. Die Ergebnisse wurden in einem wissenschaftlichen Begleitworkshop diskutiert und mit dem Beirat, der die Studie während der gesamten Laufzeit begleitet und unterstützt hat, abgestimmt. Im November 2011 wurde die Gesamtstudie von der Bundesfamilienministerin Dr. Kristina Schröder in Berlin vorstellt und ist im Verlag Barbara Budrich, Leverkusen-Opladen, veröffentlicht. Die Kurzfassung kann beim BMFSFJ bestellt werden.

Kontakt: Katrin Triebl und Dr. Thomas Mirbach

INNOVATIV für das Gemeinwohl