Berufliche Weiterbildung

Evaluation des Fachkräfteprogramms des Landes Nordrhein-Westfalen

Mit dem Fachkräfteprogramm des Landes Nordrhein-Westfalen wurden Unternehmen bei der Entwicklung von Projekten zur Fachkräftesicherung unterstützt. Die Projekte sollten die bestehenden Förderinstrumente des Landes und Bundes ergänzen und Unternehmen dabei helfen, z. B. Maßnahmen mit Arbeitssuchenden und Beschäftigten, mit Absolventen, mit Älteren oder Berufsrückkehrerinnen durchzuführen.

Das Programm wurde von wirtschaftsnahen Akteuren in den 16 Arbeitsmarktregionen des Landes umgesetzt. Damit sollte sowohl regionalen Problemlagen entsprochen als auch der bei den regionalen Akteuren vorhandene Erfahrungsschatz in die Lösung dieser Herausforderungen einbezogen werden. Die in den Regionen erarbeiteten Handlungspläne bildeten daher eine entscheidende Grundlage der Programmumsetzung.

Das Programm wurde von der Lawaetz-Stiftung in Zusammenarbeit mit der SÖSTRA GmbH Berlin begleitend evaluiert. Zentrales Anliegen der Evaluierung war die Frage nach dem Nutzen des Programms und seiner Projekte für die Unternehmen. Darüber hinaus sollten Ansätze zur Optimierung der Programmsteuerung erarbeitet werden. Der Evaluierung lag daher ein dialogorientiertes empirisches Konzept zugrunde, in dem Ergebnisse aus Gesprächen mit regionalen Akteuren und Unternehmen zeitnah an Auftraggeber und weitere Prozessbeteiligte rückgekoppelt wurden. Die Unternehmen wurden sowohl in qualitativ-explorativen Interviews als auch mit zwei standardisierten Online-Befragungswellen zur Umsetzung und den Projekterfolgen befragt.

Kontakt: Peer Gillner und Katrin Triebl

Fit für die Zukunft – Kompetenz entwickeln – ESF-Projekt in der Region Lüneburg

Auf Initiative der Sozialpartner der chemischen Industrie unterstützte die Lawaetz-Stiftung in dieser Branche sowie der Ernährungswirtschaft die berufsbegleitende Kompetenzentwicklung. Das Projekt FIT für die Zukunft wurde durch den Europäischen Sozialfonds des Landes Niedersachsen gefördert, Zielgruppen waren v.a. kleinere und mittlere Unternehmen mit dem Hauptsitz bzw. einer Betriebsstätte im ehemaligen Regierungsbezirk Lüneburg.

Bei fast allen beratenen oder begleiteten Unternehmen standen die berufliche Kompetenzentwicklung sowie die Sicherung der individuellen Beschäftigungsfähigkeit und des Fachkräftebedarfs im Mittelpunkt. Damit trug das Projekt auch maßgeblich dazu bei, die Wettbewerbsfähigkeit der beteiligten Unternehmen zu erhalten. Wichtiger Bestandteil der Beratungen waren insbesondere intensive und individuelle Abstimmungen mit den jeweiligen Inhaber/innen bzw. Geschäftsführer/innen, die Trainings wurden in den Räumen der Unternehmen durchgeführt und alle Themenstellungen und Organisationsformen wurden passgenau auf die Unternehmensanforderungen abgestimmt.

Im Rahmen der Projektumsetzung wurde auch deutlich, dass neben der Entwicklung eines betrieblichen Konzeptes der Kompetenzentwicklung auch die Führungskräfte Trainings und Coachings brauchten, um gewerbliche Mitarbeiter/innen zu beteiligen.

Kontakt: Dr. Ulrich Schenck

ESF-Projekt Hamburg: „Qualifizierungsoffensive – besser mit Abschluss“

Der Fachkräftemangel in zahlreichen Hamburger Branchen bildet den Hintergrund des Hamburger ESF-Projektes „Qualifizierungsoffensive – besser mit Abschluss“. Das Projekt wurde bis Ende 2014 gemeinsam mit der Zwei P Plan Personal durchgeführt.

Ziel des Projektes war es, die abschlussorientierte Weiterbildung Un- und Angelernter in kleineren und mittleren Unternehmen (KMU) der Hansestadt zu fördern.
Im Rahmen des Projektes wurden zahlreiche Arbeitgeber über Möglichkeiten und Nutzen beruflicher Weiterbildung informiert. Die Beratung richtete sich an Inhaber, Geschäftsführer und Personalverantwortliche kleiner und mittlerer Unternehmen in Hamburg sowie deren Beschäftigte ohne abgeschlossene Berufsausbildung.

Darüber hinaus wurden in enger Kooperation mit dem ESF-Projekt „Weiterbildungsbonus“ zahlreiche Beschäftigte und Arbeitgeber über die Möglichkeiten auch kurzzeitiger individueller Weiterbildungsmaßnahmen der berufsbegleitenden Qualifizierung informiert und beraten. In engem Kontakt mit den Sozialpartnern, Bildungsunternehmen sowie potenziellen Finanziers wurde auch die Entwicklung verschiedener Szenarien berufsbegleitender und abschlussorientierter Angebote der Nachqualifizierung verfolgt.

Zusammen mit der Hamburger Pflegegesellschaft und mehreren Hamburger Fachbehörden erfolgte die Entwicklung eines überaus erfolgreichen Modells einer verkürzten (und berufsbegleitenden) Fortbildung von Gesundheits- und Pflegeassistent/innen (GPA) zur/zum examinierten Altenpfleger. Dieser innerhalb des Projektes entwickelte und erprobte Ansatz der berufsbegleitenden und verkürzten Nachqualifizierung in der Altenpflege wird mittlerweile in Hamburg auch von verschiedenen Bildungsunternehmen angeboten.

Ziele dieses Modellversuches waren:

  • Jobsicherheit, Aufstiegschancen und Entwicklungsmöglichkeiten der Beschäftigten
  • Weiterbildung in Form eines Teilzeitangebotes
  • Qualitätssicherung in der Pflege
  • Sicherung des Fachkräftebedarfs und damit der Betriebe.

200 Teilnehmende wurden mit diesem Modell-Projekt erreicht. Für die Teilnehmer/Innen, die in überdurchschnittlich hoher Zahl Migrationshintergrund haben, ermöglichte die Nachqualifizierung das Erreichen eines Fachkraftabschlusses und damit eine Verbesserung ihres Humankapitals.

Kontakt: Rundhild Mehrkens und Dr. Ulrich Schenck

INNOVATIV für das Gemeinwohl