Appreciative Inquiry – Wertschätzende Erkundung

Die Methode Appreciative Inquiry (AI) macht sich die neusten Erkenntnisse der Hirnforschung zunutze, denn bei AI wird konsequent nach dem bereits Guten gesucht. Es geht darum, die Perlen/Juwelen des Menschen, der Gruppe oder der jeweiligen Organisation zu finden, sich vertieft über die gefundenen „Schätze“ auszutauschen und darauf aufbauend eine positive Zukunftsvision zu entwickeln und die Umsetzung dafür zu planen. Man kann Appreciative Inquiry deshalb am ehesten mit “Wertschätzender Erkundung” übersetzen.

Appreciative Inquiry stammt aus den USA und wurde von Prof. Dr. David Cooperrider entwickelt. David Cooperrider bezeichnet AI als eine geistige Haltung mit der er an Menschen herangeht. Er fand es naherliegender, Menschen und Organisationen als Potenziale zu sehen und nicht als mängelbehaftete Systeme zu betrachten.

Der AI- Ansatz als Veranstaltungsformat

Neben der grundsätzlichen Haltung ist AI auch ein Veranstaltungsformat, was sich für die Einzelarbeit genauso wie für kleine Gruppen bis hin zu Großgruppen eignet. Das AI-Veranstaltungsformat läuft in 4 Phasen ab, die ursprünglich auf eine 2-tägige Dauer angelegt waren. Die Lawaetz-Stiftung wendet diese grundsätzliche Haltung seit Ende der 90er Jahre selbst im gesamten Unternehmen an.

Appreciative Inquiry wird von uns immer dann eingesetzt, wenn Teams, Bereiche, Organisationen oder Gemeinschaften miteinander Zukunft gestalten oder sich weiter entwickeln wollen und wenn sie dabei vor allem auf den vorhandenen Fähigkeiten und Stärken aufbauen wollen. Wir haben den AI-Ansatz praktisch weiter entwickelt, so dass wir den kompletten Zyklus in 3 1/5 bis 4 Stunden ergebnisorientiert durchlaufen können.

Literatur: Appreciative Inquiry (AI): Der Weg zu Spitzenleistungen, Matthias zur Bonsen und Carole Maleh, 2001

AI- Ablauf in den 4 Phasen

Zunächst wird ein Thema festlegt wie zum Beispiel:

  • Verbesserung der Servicequalität einer Abteilung, einer Organisation etc.
  • Zukunft unseres Stadtteils
  • Wie wollen wir unser „Alter“ gestalten?
  • Eine bessere Schule, aber wie?

1. Erkunden (Discovery):

Die Grundlage von Appreciative Inquiry sind geführte und strukturierte Interviews in Zweier-bzw. Dreier-Teams. In diesen Interviews wird wechselweise aktiv zugehört und alle positiven Aussagen werden durch positive Nachfragen (wie genau? was genau? wer genau? wo genau?) verstärkt. Es entsteht eine hohe Intensität, da jeder ganz aktiv und aufmerksam ist, entweder als Fragender oder als Befragter. Die Interviews können persönlich und direkt, aber auch per Telefon oder Email gemacht werden.

Durch den Austausch werden völlig neue und tiefere Einsichten erlangt und neue Möglichkeiten entdeckt. So entsteht Energie und Bereitschaft, aktiv an Veränderungen mitzuwirken. In der Regel fragen wir auch nach den besonderen persönlichen Stärken/Talenten: Ohne bescheiden zu sein, was können Sie besonders gut?

2. Träumen/Visionieren (Dream)

In dieser Phase wird in Gruppen (5-15 Personen)eine Vision sich für ein bestimmtes Thema entwickelt. Dabei werden die Ergebnisse der Basisgespräche in Gruppen besprochen, weitere entwickelt und zu einem Zukunftsbild zusammengesetzt. Die Vision wird auf einem großen Blatt Papier gemalt, als Performance vorgeführt, gesungen oder wie auch immer die Gruppe ihre Ergebnisse präsentieren möchte. Außerdem bekommt die Vision ein Motto.

3. Gestalten (Design)

Frage: Was müssten wir tun, damit diese Visionen Wirklichkeit werden.

4. Handeln (Destiny/Delivery)

Frage: Was tun wir, damit unsere Vision Wirklichkeit wird. Es erfolgt eine konkrete Planung, wer was bis wann tun wird. Die nächsten Schritte und Verantwortlichkeiten (Wer) werden in einer Matrix (jetzt/gleich/später) festgelegt.

Kontakt: Karin Schmalriede

INNOVATIV für das Gemeinwohl