Osdorfer Born / Lurup

OSDORFER BORN / LURUP

Die Lawaetz-Stiftung ist seit Mai 2016 im Auftrag des Bezirksamtes Altona als Gebietsentwickler im RISE Fördergebiet Osdorfer Born / Lurup tätig. Die Besonderheit: Die Großwohnsiedlung ist nicht zum ersten Mal in einer Förderphase, sondern weist eine langjährige Förderbiografie auf: ab 1989 im Hamburger Revitalisierungsprogramm, ab 1990 Landesprogramm „Soziale Stadtteilentwicklung“, seit 2002 im Städtebauförderungsprogramm des Bundes „Soziale Stadt“, 2005 – 2008 „Aktive Stadtteilentwicklung“, ab 2009 Integrierte Stadtteilentwicklung, jedoch ohne externen Quartiersentwickler.

 

Förderinstrument(e)

Soziale Stadt / RISE – Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung, Hamburg

Laufzeit

Hauptförderphase: 2016 – 2021

 

Gebietssteckbrief

Lage, Größe, Anbindung

Das 0,9 km² große Entwicklungsgebiet Osdorfer Born / Lurup liegt am westlichen Stadtrand von Hamburg im Bezirk Altona. Es grenzt im Westen und Nordwesten an die Osdorfer Feldmark und den Bornpark an, die bedeutende Naherholungsmöglichkeiten für die Osdorfer und Luruper Bevölkerung sind. Im Nordosten grenzt das Gebiet an die Luruper Hauptstraße und den Eckhoffplatz mit dem Luruper Zentrum. Im östlichen Bereich befinden sich Ein- und Zweifamilienhausgebiete, die sich hinsichtlich der baulichen und der Sozialstruktur deutlich vom Osdorfer Born unterscheiden. Südlich grenzt das Gebiet an das Gewerbegebiet Brandstücken. Frequentiert wird das Gebiet von den Metrobuslinien 3 und 21 sowie dem Schnellbus 37. Eine weitere und v.a. schienengebundene Anbindung an den ÖPNV ist nicht gegeben.

 

Städtebauliche und bauliche Struktur

Der Osdorfer Born wurde im Kern von 1967 bis 1972 als erste Großwohnsiedlung Hamburgs errichtet. Charakteristisch für das architektonische Bild sind Wohngebäude in Plattenbauweise mit bis zu 21 Geschossen. Sie wurden ausschließlich im Zuge des öffentlich geförderten Wohnungsbaus errichtet. Trotz der rückläufigen Anzahl an Sozialwohnungen – aufgrund der auslaufenden Sozialbindungen – bleibt ihr Anteil mit aktuell circa 20% noch bedeutsam und prägend. Die dominante Hochausbebauung wird im Westen und Osten durch eine drei- bis fünfgeschossige Zeilenbebauung ergänzt, die rund 50% des Wohnungsbestandes ausmacht. Umrahmt wird das Gebiet von Ein- und Zweifamilienhäusern. Die Haupterschließungsstraße Bornheide mit wenigen Überquerungsmöglichkeiten trennt das Wohngebiet in zwei Teile: Im östlichen Teil liegt das ökonomische und Nahversorgungszentrum Born Center, im westlichen das Bürgerhaus Bornheide als soziales und kulturelles Zentrum. Der Osdorfer Born verfügt neben den besonderen grünen Umgebungsräumen auch innerhalb der Siedlungsstruktur über einen hohen Grün- und Freiflächenanteil und viele Fußwegeverbindungen.

 

Infrastruktur

Der Osdorfer Born wurde zunächst als reine Wohnsiedlung mit dem Born Center als Dach für eine kleinteilige Grundversorgungsstruktur geplant. Erst im Laufe der Zeit sind diverse sozialraumbezogene Angebote dazugekommen, die eine aktuell recht breite und auch besondere Angebotsvielfalt für verschiedene Zielgruppen gewährleisten. Hierzu zählen beispielweise das KL!CK-Kindermuseum, der Zirkus AbraxKadabrax, das Haus der Jugend, ein Seniorenzentrum, eine evangelisch-lutherische Kirche, die öffentliche Bücherhalle und das DRK Zentrum. Das Bürgerhaus Bornheide – 2013 eröffnet – mit seinen Veranstaltungs- und Begegnungsräumen sowie zahlreichen Angeboten sozialer und bildungsbezogener Träger ist das soziokulturelle Zentrum des Gebietes. Das Freibad Osdorfer Born ergänzt das Angebot der Gemeinbedarfseinrichtungen. Die medizinische Versorgung ist durch ein Ärztehaus sichergestellt. in der neuen Förderphase wird eine Neustrukturierung der beiden Stadtteilschulen mit einem noch stärkeren Stadtteilbezug angestrebt.

 

Bevölkerungs- und Sozialstruktur

Das Fördergebiet ist ein multidiverses Quartier mit rund 12.500 Einwohnern. Besonders auffallend ist der überdurchschnittlich hohe Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund. 53,6% der Bewohnerschaft haben ausländische Wurzeln. Mit jeweils 25% bilden Migranten aus dem türkischsprachigem Raum und der ehemaligen Sowjetunion die größten Migrantengruppen. Die drittgrößte Gruppe wird durch Bewohner mit polnischen Wurzeln vertreten (9,6%).

Die Altersstruktur wird von zwei Altersgruppen dominiert. Einerseits ist es ein sehr junges Gebiet. Knapp 2.750 Bewohner/innen sind unter 18 Jahre alt (22%). Hiervon haben 71,7% einen Migrationshintergrund. Andererseits ist der Anteil über 64-Jährigen Migranten mit 20,8% überdurchschnittlich hoch (Bezirk Altona: 13,3 / Hamburg: 13,2%). Der Anteil an Menschen im Erwerbsalter liegt mit 58% im Vergleich zur Gesamtstadt Hamburg unter dem Durchschnitt. Der Anteil an 30- bis 40-Jährigen ist mit 12% gemessen an der Gebietsbewohnerschaft relativ gering.

12,8% der Bewohner im erwerbsfähigen Alter sind arbeitssuchend (Bezirk Altona: 5,9%). 29,2% beziehen SGB II Leistungen (Bezirk Altona: 9,5%).

 

Ressourcen, Potenziale, Belastungsfaktoren, Vernetzung

Wertvolle Ressourcen am Osdorfer Born / Lurup sind die Vielfalt an sozialen Einrichtungen und die breitgefächerte Gremienlandschaft. Insbesondere die Borner Runde als zentrales Bürgerbeteiligungsgremium ist ein elementarer Akteur im Gebietsentwicklungsprozess. Die Stadtteilkonferenz (Stako) als Plattform für Institutionen ist ein weiterer notwendiger Motor für eine positive Entwicklung des Fördergebiets. Engagierte Wohnungsunternehmen und ein aktiver Eigentümer incl. Centermanagement des Born Centers sind ebenfalls tragende Kräfte im Gebiet. Grundsätzlich besteht eine hohe Bereitschaft, sich für den Stadtteil einzusetzen, was sich u. a. in der Vielzahl an Veranstaltungen und Angeboten widerspeigelt.

 

Potenziale des Gebietes sind die hohe Durchgrünung und die Nähe zur Feldmark und angrenzenden Landschaftsräumen als wohnortnahe Naherholungsqualität. Chancen liegen in der Aktivierung der Mitwirkungsbereitschaft junger Bewohner und Menschen mit Migrationsbiografien sowie der stärkeren Einbeziehung einer Vielzahl an Migranten-Communities.

Belastungsfaktoren auf sozialer Ebene sind: Hohe Arbeitslosenquote und damit verbunden ein hohes Armutsrisiko, Zunahme von Altersarmut (v.a. bei älterwerdenden Menschen mit Migrationshintergrund), Entwicklungsdefizit und gesundheitliche Probleme bei Kindern (v.a. der Ernährungszustand), mangelnde Berufs- und Zukunftsperspektiven beim Jungerwachsenen.

Der Vernetzungsgrad zwischen den Akteuren ist vergleichsweise hoch, jedoch werden ein noch besserer Informationsaustausch und stärkere Kooperationen zwischen den einzelnen Gremien und zwischen den sehr zahlreichen Einrichtungen angestrebt.

 

Leitlinien und Schwerpunkte der Gebietsentwicklung

Ende 2014 wurde ein Integriertes Entwicklungskonzept (IEK) verabschiedet, dass Entwicklungsstrategien für drei Handlungsfelder skizziert.

  1. Aktivierung, Beteiligung

Das Ziel ist hier, die Identifikation der Bewohner und Akteure mit dem Quartier und die Mitwirkungsbereitschaft an der Quartiersentwicklung durch tragfähige erweiterte Netzwerk- und Beteiligungsstrukturen zu stärken. Zum einen sollen bestehende Strukturen gestärkt und verstetigt werden, zum anderen sollen bisher nicht erreichet Bewohner /innen erreicht und in den Entwicklungsprozess eingebunden werden.

  1. Bildung, Ausbildung, Qualifizierung

Hier ist das Ziel, die Zukunftschancen der Bewohner/innen der Region Osdorfer Born / Lurup durch ein auf die lokalen Erfordernisse zugeschnittenes Bildungs-, Qualifizierungs- und Unterstützungsangebot gezielt zu verbessern und ein besonderes Augenmerk auf den Übergang von Schule in den Beruf zu legen.

Schlüsselprojekte sind hier der Neubau und Neukonzeption zweier Stadtteilschulen im Gebiet; sie werden zu „Community Schools“ transformiert, die unter dem Dach der Schule und mit besonders gut angebundenen Raumressourcen sowie Stadtteil und Stadtteilaktivitäten in der Verbindung mit Schule anbieten.

  1. Wohnumfeld / Öffentlicher Raum

Das Wohnumfeld und der öffentliche Raum sollen weiterentwickelt und der Abbau räumlicher Barrieren unterstützt werden. Auch soll das quartiersbezogene Engagement gefördert und auf eine positive Wahrnehmung des Quartiers Osdorfer Born und den Stadtteil Lurup hingewirkt werden.

Das Projekt Bildungsband – gemeint sind sinnfällige (Wege-)Verknüpfungen zwischen Bildungseinrichtungen) – sowie mehrere Spielplätze, Freiflächen und Wohnumfelder sollen nach intensiven Beteiligungsprozessen neugestaltet bzw. umgestaltet werden.

 

 

Stadtteiljubiläum Osdorfer Born 2017: Der Born wird 50

Das Stadtteiljubiläum bot der Gebietsentwicklung die besondere Möglichkeit, die Akteure am Osdorfer Born und ihre Engagement-Bereitschaft kennenzulernen, das Interesse am Gebiet und seiner Weiterentwicklung neu oder wieder zu wecken, die Chancen der neuen Förderphase bekannt zu machen und noch mehr Borner für die aktive Mitwirkung an Projekten und der Borner Runde zu mobilisieren. Als Koordinator des Festkomitees „Der Born wird 50“ und größerer Vorbereitungsrunden hat die Gebietsentwicklung auch die Erstellung des Programmheftes für das Stadtteiljubiläum mit rund 65 Veranstaltungen übernommen.

 

Community School Lurup

Die Gebietsentwicklung hat hier einen Konzeptentwicklungsauftrag 2017 / 2018 übernommen: Unter intensiver Einbeziehung zahlreicher Akteure (Stadtteileinrichtungen, Vereine, Gruppen, Projekte, Verwaltung) sollen ein umsetzungsfähiges und bedarfsorientiertes Konzept sowie eine adäquate Trägerstruktur für den Community-Bereich (das Stadtteilforum) der Community School Lurup entwickelt werden.

 

Anlaufstellen und Kontakt

Stadtteilbüro Osdorfer Born / Lurup

Ärztehaus | 3. Stock

Kroonhorst 9D | 22549 Hamburg

Telefon | 040 257 669 20

Fax | 040 257 669 21

E-Mail | osdorferborn-lurup@lawaetz.de

Web | www.osdorfer-born.de / www.lawaetz.de

Ansprechpartner

Rixa Gohde-Ahrens | gohde-ahrens@lawaetz.de

Elma Delkic | delkic@lawaetz.de

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