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Lohbrügge-Ost

Die Lawaetz-Stiftung war von 2007 bis 2015 im Auftrag des Bezirksamts Hamburg Bergedorf in dem sogenannten Entwicklungsquartier Lohbrügge-Ost,, ein Gebiet des Hamburger Programms der „Integrierten Stadtteilentwicklung,“ tätig.

Förderinstrument(e)

Soziale Stadt/RISE – Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung

Laufzeit

Hauptförderphase 2007 bis 2015

Gebietssteckbrief

Lage, Größe, Anbindung

Lohbrügge-Ost liegt im Kerngebiet des Bezirks Hamburg-Bergedorf, im östlichen Bereich des Stadtteils Lohbrügge, rund 15 km Luftlinie von der Hamburger Innenstadt entfernt. Im Ostenbildet die Stadtgrenze Hamburgs die Grenze des Gebietes, an welche das schleswig-holsteinische Reinbek anschließt. Im Süden begrenzt die Bahntras­se Hamburg-Berlin Lohbrügge-Ost. Insgesamt erstreckt sich das Entwicklungsgebiet über eine Fläche von ca. 200 ha mit einer maximalen Ausdehnung in Nord-Süd-Richtung von 2,5 km und in Ost-West-Richtung von rund 1,5 km.

Städtebauliche und bauliche Struktur

Das Gebiet Lohbrügge wurde ab den 1960er Jahren verstärkt bebaut und ist durch eine unter­schiedliche Baustruktur aus mehrgeschossigen Wohnhäusern, Einfamilienhäusern und Hoch­häuser geprägt. Herausstechend sind die Wohnanlagen Lindwurm, errichtet in den 1960er Jahren, sowie der Billebogen aus den 1980er Jahren, welche die dicht besiedelten Bereiche in einem sonst eher aufgelockerten Gebiet darstellen. Hier besteht in weiten Bereichen Aufwer­tungsbedarf im Wohnumfeld. Freiflächen sind vor allem in Form von Grünanlagen im Grünen Zentrum und am Landschaftsraum Bille vorhanden. Als Stadtplatz ist der Lohbrügger Markt vorhanden. Lohbrügge hat einen direkten Anschluss an das Schnellbahnnetz, verfügt über zahlreiche Buslinien und ist auch für den Pkw-Verkehr gut erreichbar.

Infrastruktur

Die soziale und kulturelle Infrastruktur im Gebiet ist differenziert: bezüglich Kitas und Schulen gibt es eine bedarfsgerechte Deckung. Im Bereich der offenen Kin­der- und Jugendarbeit stehen Angebote in Form des Mädchentreffs, des Jungentreffs sowie weiterer Einrichtungen für Jugendliche bereit. Ebenso unterstützen weitere Träger wie Jugendaktiv Plus des Internationalen Bundes, das kifaz und die Elternschule benachteilig­te Jugendliche und Familien in Lohbrügge.
Für Menschen mit Behinderung bietet vor allem der Träger der Begleiter e.V. verschiedene Angebote an. Auch die Behinderten AG Bergedorf hat ihren Sitz in Lohbrügge. Der VfL Loh­brügge sowie die TSG bieten ein umfangreiches Sportprogramm an; im Haus brügge – dem Haus für Alle – können diverse Angebote für verschiedenste Zielgruppen aufgesucht werden. Auch mehrere Seniorentreffs, unter anderem in der Trägerschaft des DRK und der AWO, be­finden sich im Gebiet.
Die Gewerbestandorte des Quartiers konzentrieren sich vor allem auf die Alte Holstenstraße sowie auf das Nahversorgungszentrum Binnenfeldredder. Die Situation des Gewerbes ist dem allgemeinen Strukturwandel im Einzelhandel unterworfen und äußert sich insbesondere in der Veränderung von inhaberbetriebenen Geschäften hin zu Filialisten und Discountern. Durch die Neugestaltung der Fußgängerzone und eine Vernetzung der Akteure in einer Interessengemeinschaft konnte im Rahmen der Gebietsentwicklung eine Aufwertung und Belebung erreicht werden.

Bevölkerung und Sozialstruktur

In Lohbrügge-Ost leben 14.060 Menschen in rund 7000 Haushalten, davon mit rund 23% überdurchschnittlich viele Menschen über 65 Jahre. In der Wohnsiedlung Billebogen sind erhöhte Anteile an Bevölkerung mit Migrationshintergrund sowie Bezug von Transferleistungen zu verzeichnen.

Besondere Problemstellung und Potenziale

Zu Beginn der Gebietsentwicklung bestanden deutlich bauliche Aufwertungsbedarfe im Wohnumfeld der Wohnsiedlung Billebogen sowie im Lohbrügger Zentrum Alte Holstenstraße. Diese wurden durch umfassende Maßnahmen behoben.
Hinsichtlich der Vernetzung der Akteure lag 2007 bereits eine gute Ausgangslage vor, die die Umsetzung der Ziele in Richtung Bildung und Integration beförderte.

Leitlinien und Schwerpunkte der Gebietsentwicklung

Für Lohbrügge-Ost wurden im Integrierten Entwicklungskonzept von 2010 folgende fünf Gebietsleitziele formuliert:

  • Integration durch Begegnung der Bürgerinnen und Bürger
  • Belebung und Entwicklung des Lohbrügger Stadtteilzentrums „Alte Holstenstraße“ und Stärkung der Nahversorgung für das gesamte Gebiet
  • Verbesserung von Bildungschancen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene
  • Aufwertung von Wohnumfeld und öffentlichem Raum in Lohbrügge
  • Stärkung der Familienfreundlichkeit des Stadtteils durch soziale, gesundheitsfördernde und kommunikative Angebote

Downloads

Integriertes Entwicklungskonzept (IEK)
Auswertung Zwischenworkshop
Zwischenbericht
Abschlussbericht

Kontakt

Karin Schmalriede oder Kirsten Sehgal

INNOVATIV für das Gemeinwohl