Bergedorf-West

Die Lawaetz-Stiftung war von 1995 bis einschließlich 1999 als intermediärer Träger mit der Aufgabe der sozialen Stadtteilentwicklung bzw. des Quartiersmanagements im Stadtteil Bergedorf-West beauftragt. Der Auftrag in dem Gebiet, das insbesondere durch seine monofunktionale Hochhausbebauung, einen hohen Anteil von Arbeitslosen und Sozialhilfeempfängern und eine sehr schwache Wirtschaftsstruktur gekennzeichnet ist, lief Ende 1999 aus.

Laufzeit

Hauptförderphase 1995 bis 1999

Leitlinien und Schwerpunkte der Gebietsentwicklung

Die entwickelten Beteiligungs- und Koordinationsstrukturen sowie die Projektentwicklung sollen nach der Phase der professionellen Anschubhilfe gemäß dem Ziel des zugrundeliegenden Gesamtprogramms „Soziale Stadtteilentwicklung“ (ehemals Rahmenkonzept zur Armutsbekämpfung) nunmehr in sogenannte selbsttragende Strukturen übergehen.

Die zentrale Herausforderung des Quartiersmanagements (auch) in Bergedorf-West lag in dem Anspruch des Rahmenkonzepts bzw. Gesamtprogramms begründet, einerseits eine langfristig angelegte, nachhaltige Quartiersstrategie zu entwickeln und gleichzeitig kurzfristig zu realisierende Erfolge (z.B. in Bezug auf neue Arbeitsplätze) vorzuweisen – und dies stets unter Einbeziehung und im Konsens aller beteiligten Akteure. Trotz der sehr knappen hierfür zur Verfügung stehenden zeitlichen, finanziellen und personellen Ressourcen gelang es, diesem hohen Anspruch zumindest in Teilbereichen gerecht zu werden. Dies gilt insbesondere im Hinblick auf die Aktivierung der zuvor passiven und nichtorganisierten Quartiersbewohner, worin die Lawaetz-Stiftung stets einen besonderen Schwerpunkt ihrer Arbeit sieht.

BEWOHNERAKTIVIERUNG UND VERNETZUNG DER LOKALEN AKTEURE

Ausgehend von einer „aktivierenden Befragung“ zu Beginn der Gebietstätigkeit konnten diverse Maßnahmen im Sinne einer direkten Bewohnerbeteiligung initiiert werden. Dazu gehört eine Arbeitsgruppe zur Information über die Stadtteilangebote für Senioren, eine Mieterinitiative mit Nachbarschaftstreff und Mietergärten, eine Filiale des Bergedorfer Tauschrings, die Produktion einer Info-Broschüre zum Quartiersmanagement sowie eines entsprechenden Stadtteilfilms und schließlich die Realisierung einer attraktiven, vierteljährlich erscheinenden Stadtteilzeitung von Bewohnern für Bewohner. Zur Vernetzung der lokalen Akteure tagt regelmäßig die Stadtteil­konferenz, in der Vertreter von sozialen Einrichtungen, Parteien, Vereinen, Initiativen, Wohnungsgesellschaften und der Kirche zusammenarbeiten. Die Realisierung eines Gemeinwesenzentrums zur Bündelung zahlreicher Aktivitäten verzögerte sich durch Brandstiftung des im Bau befindlichen Holzhauses im Juli 1999.

ERFOLGREICHE PROJEKTE IN DEN BEREICHEN WOHNEN UND ARBEITEN

Als Beitrag zur Verbesserung der lokalen Ökonomie bzw. der Beschäftigungssituation der Gebietsbewohner sei in erster Linie der im Mai 1999 fertig gestellte Gewerbehof als attraktiver und kostengünstiger Standort für kleine und mittlere Unternehmen erwähnt. Ein Selbsthilfeprojekt zum Umbau einer ehemaligen Wohnunterkunft in Sozialwohnungen führte zu einer deutlich verbesserten Wohnsituation der 38 beteiligten Familienmitglieder, und trug durch die Stabilisierung im gemeinsamen Bauprozess dazu bei, dass nahezu alle neun Familienvorstände wieder in Arbeit gekommen sind. Die Wohnungsgesellschaft SAGA wählte das Gebiet für ihr Hamburg weites Pförtnerlogen-Projekt aus. Anfang des Jahres 2000 wurden 16 ehemals Arbeitslose als ABM-Kräfte in den neu errichteten Empfangsbauten der Hochhäuser vom SAGA-Beschäftigungsträger „Chance“ eingestellt. Darüber hinaus hat die SAGA weitere umfassende Maßnahmen zur Wohnumfeldverbesserung umgesetzt.

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Abschlussbericht

Kontakt

Karin Schmalriede

INNOVATIV für das Gemeinwohl