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Möllner Landstraße

Die beiden kleinen Grundstücke, die an einer Billstedter Ausfallstraße liegen, wurden ursprünglich als Parkplatz genutzt. Da eine wirtschaftliche und stadtplanerisch vernünftige Lösung auf diesen kleinen Grundstücken nicht möglich war, wurden die beiden Grundstücke zusammengelegt.

Das im März 2002 fertig gestellte Objekt Möllner Landstraße 107 bietet auf einer Fläche von 940m² Wohnfläche 14 Wohnungen für Alleinerziehende und Familien mit Kindern. Es ist ein junges Haus, da bei Bezug 20 von den 51 Bewohnern Kinder und Jugendliche waren.

Die architektonischen Probleme waren immens. In Zeiten der Grundstücksknappheit wurde hier auf einem eigentlich „unbebaubaren“ Grundstück gebaut. Ein direkt unter der Erdoberfläche verlaufender U-Bahn-Tunnel verhinderte „normale“ Fundamente. In Zusammenarbeit mit der Hochbahn wurde eine Lösung gefunden: Das Haus ist im Grunde eine Brücke. Deren Fundamente sind auf Pfählen beidseits des Tunnels gegründet. Spezielle Dämpfungsplatten verhindern die Übertragung des Körperschalls der U-Bahn auf das Gebäude. Bei der Bohrpfahlgründung in unmittelbarer Nähe des Tunnels musste

jede Verdrängung vermieden werden, da der Tunnel mit seinen Schienentrassen keinerlei Setzungen unterworfen werden durfte. Hierbei ging es um – im Baubereich eher ungewöhnliche – Größenordnungen im Millimeterbereich.

Die interessante Optik des Hauses ist Nebeneffekt der Brückenbauweise. Mit der Erschließung durch Laubengänge konnte trotz der langgezogenen Form auf ein zweites Treppenhaus verzichtet werden. Die Ausführung als Niedrigenergiehaus ist eine weitere Besonderheit des Projektes.

Die Planungs- und Baubegleitung sowie die Baubetreuung einschließlich der Finanzierungs- und Kostenabrechnung wurden von der Lawaetz-Stiftung durchgeführt. Das Architektenbüro Rapp war mit den Architekturleistungen betraut. Eigentümerin ist die Lawaetz-Stadtentwicklungs GmbH.

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INNOVATIV für das Gemeinwohl