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Lobuschstraße

Die um 1890 erbauten und überwiegend von Punks bewohnten Häuser in der Lobuschstraße, auch als „Ottenser Nase“ bekannt, waren in einem sehr schlechten Zustand. Die Gebäude befanden sich in städtischem Besitz und wurden im Quartier als „Schandfleck“ empfunden. Es kam immer wieder zu Konflikten mit Nachbarn.

Die Lawaetz-Stiftung wurde seitens des Bezirks Altona um ein Lösungskonzept gebeten. Um eine langfristige Stabilisierung zu erreichen, musste es gelingen, die Bewohnergruppe in den Planungs- und Sanierungsprozeß einzubeziehen. Daher war das Kernstück des Konzeptes eine langfristige und eigenverantwortliche Beteiligung der Bewohner im Rahmen der Baumaßnahme und der anschließenden Verwaltung. So wurden Projektmitglieder neben der handwerklichen Selbsthilfe sozialversicherungspflichtig beim Bewohnerverein „Die Pappnasen e.V.“ beschäftigt. Dabei sind sie von zwei Handwerksgesellen, die über eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme finanziert werden konnten, in den Gewerken Zimmerer und Tischler angeleitet und qualifiziert worden.

Die Architekten Clemens Hörter und Markus Trautmann übernahmen die Architektenleistungen. Nach Beendigung der Baumaßnahme sind die Gebäude 2001 von der Wohnungsgenossenschaft „Schanze e.G.“ in Erbbau übernommen und dem Bewohnerverein in Selbstverwaltung übergeben worden.

Ein wesentlicher Erfolg des Projektes sind eine vielschichtige Qualifizierung und Stabilisierung der Bewohner sowie eine Beruhigung der nachbarschaftlichen Verhältnisse. Beispielsweise betreibt der Bewohnerverein im Erdgeschoß ein Café für Jugendliche aus dem Stadtteil. Bei den meisten Bewohnern entwickelte sich aus dem Erfolgserlebnis, den schwierigen und komplexen Sanierungsprozess gemeistert zu haben, eine Motivation, sich aktiv um Ausbildungs- und Berufsperspektiven zu bemühen und auch Verantwortung für das Gebäude zu übernehmen.

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INNOVATIV für das Gemeinwohl