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Billrothstraße

Das um 1860 erbaute „Dänische Offiziershaus“ in der Billrothstraße wurde zwar seitens der Denkmalpflege als historisch wertvoll eingeschätzt, stand jedoch nicht unter Denkmalschutz. Nach Leerstand erfolgte 1984/85 eine Neubelegung des von der SAGA nur notdürftig reparierten Hauses. Fast alle MieterInnen der deutsch-türkischen Hausgemeinschaft kannten sich bereits aus dem Haus, in dem sie vorher gewohnt hatten und aus dem sie wegen dessen Abrisses ausziehen mussten. Das sollte nicht noch einmal geschehen. Als Alternative zu dem geplanten Abriss konnte eine Instandsetzung nach dem ABB Programm erreicht werden. Erforderlich war insbesondere die Wiederherstellung des von Schwamm zerstörten Keller- und Erdgeschosses. Wegen fehlender Umsetzwohnungen fand die Sanierung im bewohnten Haus statt. Der Architekt Günter Trommer vom Planerkollektiv war mit den notwendigen Architektenleistungen betraut. Obwohl die Hauptmieter und Familienvorstände voll berufstätig waren, teilweise sogar in Wechselschicht, wurde der Selbsthilfeanteil vollständig erbracht.

Die Fassadengestaltung mit Nachbau der historischen Holzfenster wurde von der Kulturbehörde gefördert. Dem damaligen städtischen Interesse entsprechend hat die deutsch-türkische Hausgemeinschaft ihr Haus nach Beendigung der Sanierung im Januar 1991 in Erbbau übernommen und verwaltet sich selbst.

Die gewachsenen Stadtteilbezüge konnten so für die 17 Bewohner erhalten bleiben, ebenso der preiswerte Wohnraum. Insgesamt entstanden 6 Wohneinheiten mit einer Wohn- und Nutzfläche von 534m².

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